Fonelisco - „Foundation of New Life for Street Children and Orphans“

Ein Besuch von Frau Laura Klinker in der evangelischen Religionsgruppe der neunten Klassen am

28. Februar 2019.

 

Kritisch beäugen die Neuntklässler ihre Kunstwerke an der Tafel. Kein Bild ist so geworden, wie sie es in Partnerarbeit nach einer Vorlage erstellen wollten.

Allerdings verblüfft das keinen der Schülerinnen und Schüler aus der evangelischen Religionsklasse. Jeder Sitzbank ist eine Graphik ausgeteilt worden, ein Schüler sollte dem anderen beschreiben, was auf dieser abgebildet ist. Dies geschah unter zwei Bedingungen: Derjenige, der die Skizze beschrieb, durfte nicht nachschauen, was der andere zeichnet. Der Zeichner wiederum durfte nicht bei den Beschreibungen des Erklärers nachfragen. Obwohl sich die Schülerinnen und Schüler viel Mühe gegeben und sehr detailgetrau beschrieben haben – und sogar Zirkel und Geodreieck zum Einsatz kamen – sieht keines der Bilder so aus wie das Original.

Laura Klinker demonstriert ihnen auf diese Weise, wie unterschiedlich wir je nach Kultur die Welt betrachten – egal, ob es nun um unterschiedliche Länder, also Nationalkulturen oder unterschiedliche Familienkulturen geht. Sie ist aktives Mitglied des Vereins Fonelisco.

Zu Beginn ihres Besuchs stellt die Psychologiestudentin Joseph Elias Mabinga, den beeindruckendsten Mann, den sie je kennengelernt habe, vor. Als junger Mann nahm der Tansanier Straßenkinder bei sich auf und kümmerte sich um sie. Durch dieses soziale Engagement entstand über mehrere Jahre hinweg ein Waisenhaus in Tansania für Straßenkinder und Waise. Eben dieses Waisenhaus unterstützt Laura Klinker auf ehrenamtlicher Ebene von Würzburg aus. Gemeinsam mit einigen anderen jungen Erwachsenen organisiert sie Spendenaktionen und betreibt Öffentlichkeitsarbeit, um den Kindern ein sicheres und besseres Leben zu ermöglichen.

Allerdings informiert Laura Klinker die Neuntklässler nicht nur über das Projekt, sondern sieht es auch als ihre Aufgabe an, den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, dass jeder Mensch eine andere Perspektive und Auffassung von Kultur hat und nicht nur die Sprache, sondern auch die unterschiedliche Vorstellung eines jeden Menschen eine Kulturhürde darstellen können. Denn jeder Mensch hat eine „Kulturbrille“, deren Perspektive er erweitern kann.

Dies untermalt sie, indem sie von persönlichen Erfahrungen über ihre Besuche in Tansania berichtet. So hat sie erfahren, dass bei einem geplanten Treffen der Pünktliche Bescheid geben muss, dass er da ist. Nicht derjenige, der sich verspätet. Dies ist darauf zurückzuführen, dass in der tansanischen Kultur von einem anderen Zukunftsverständnis ausgegangen wird: Man kann zwar planen, aber nie alle zukünftigen Geschehnisse kontrollieren und vorhersehen.

 

Die Evangelische Religionsklasse der 9. Jahrgangsstufe bedankt sich herzlich für den Besuch!

 

Frau SemRin Oppenländer und StudRef Krauß aus dem Seminar für evangelische Religionslehre

 

 

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