Winterschneeball erinnert an gute Vorsätze

Umwelttag an der Jakob-Stoll-Schule in der Zellerau

Pflanzaktion mit symbolischen Wert: ein Winterschneeball erinnert die Schüler/Innen der Jakob-Stoll-Schule in der Zellerau an gute Vorsätze zum Umwelttag. Mit dabei Schulleiter RSD Heinrich Eckl (links), Ministerialbeauftragter für Realschulen in Unterfranken RSD Karlheinz Lamprecht (rechts), Sonja Buchberger vom Umweltausschuss der Stadt Würzburg (Zweite von rechts), Silvio van Musscher (Fachmitarbeiter für Umwelt und Nachhaltigkeit - im Hintergrund rechts)

„Ganz bewusst hat man sich für ein frühblühendes Gehölz entschieden“ sagte Silvio van Musscher, Biologielehrer und Umweltbeauftragter der Schule, im Rahmen einer feierlichen Pflanzaktion am Ende eines abwechslungsreichen und informativen Umwelttages. Die auffallenden und wohlriechenden Blüten des ‚Viburnum Dawn‘ (lat. Name), der oft schon im Dezember das Blühen anfängt,  sollen die Schülerinnen und Schüler nachhaltig an ihre guten Vorsätze erinnern, die sie am Umwelttag gefasst haben.

 

Schulleiter Heinrich Eckl zeigte sich, sichtlich stolz auf seine ‚grüne‘ Schule, beeindruckt von dem optischen Gewinn am Schuleingang. Seine Schule befindet sich in die Natur eingebettet mit einem großem Baumbestand, wo es sogar eine Platanenallee gibt. Seit einem Jahr ist die ‚Stoll‘ offiziell Umweltschule und mit einem neu angelegten Schulgarten als ‚Grünem Klassenzimmer‘ eine Art Vorzeigemodell.

Als Ehrengast hatte man Sonja Buchberger vom Umwelt- und Planungsausschuss der Stadt Würzburg zu dem Event eingeladen. Auch als Vorsitzende des CSU-Ortsverbandes Zellerau liegen ihr Aktionen wie die an der Jakob-Stoll-Schule sehr am Herzen. Bei einer Führung durch das Schulhaus lobte sie besonders das große Engagement des Kollegiums an den einzelnen Stationen.

Initiiert wurde der Umwelttag vom Ministerialbeauftragten für Realschulen in Unterfranken, Herrn Ltd. RSD Karlheinz Lamprecht. Ganz ohne Protest durfte man sich an einem ganzen Schultag mit dem Thema ‚Umwelt‘ auseinandersetzen.

„Viele große Dinge fangen mit kleinen Schritten an“ hatten sich zuvor alle Schülersprecherinnen und Schülersprecher bei der Bezirksaussprachetagung auf einen gemeinsamen Aktionstag geeinigt. „Am Freitag, dem 12. April, wollte man diesen Tag gemeinsam mit den Lehrkräften gestalten.“, lautete die Aussage der Bezirksschülersprecher.

In Absprache mit dem Schulleiter, RSD Heinrich Eckl, beauftragte Lamprecht seinen Fachmitarbeiter für Umwelt und Nachhaltigkeit, Silvio van Musscher, mit der Planung und Durchführung eines Umwelttages an der eigenen Schule. Zusammen mit dem SMV-Koordinator Christian Freiburg organisierte man zunächst eine ‚digitale Pinwand‘ auf einer Internet-Plattform, auf der Lehrer und Schüler Ideen sammeln und Vorschläge machen konnten.

War das Thema ‚Umwelt‘ auch durch Medienberichte über die junge schwedische Umwelt-Aktivistin Greta Thunberg und die Streikaktionen ‚Fridays For Future‘ wieder in den Fokus auch von Schülern gerückt, wollte man das Thema zunächst im Unterricht aufgreifen.

Van Musscher bot z. B. in seinem Biologieunterricht vor allem in den unteren Jahrgangsstufen mit Plakataktionen die Möglichkeit, Wünsche und Vorstellungen für eine ‚bessere‘ Zukunft in Bild und Text zu verarbeiten. Unter dem Motto ‚Müllvermeidung durch Wiederverwendung‘ sammelte die SMV zwei Wochen lang Kleidung in der Schule. Die Spende ging an OXFAM und BRAUCHBAR – Organisationen mit Hilfsprojekten in Mosambique und im Sudan, aber auch für die regionale Arbeitslosenhilfe.

Am Umwelttag selbst gab es dann Workshops, Projekte, Ausstellungen und Informations-stationen auf die unterschiedlichen Alters-gruppen ausgerichtet:

Die 5. Klassen organisierten zusammen mit den Tutoren ein ‚gesundes Frühstück‘ mit regionalen Produkten, die 6. Klassen führten eine ‚Plogging-Aktion‘ durch und sammelten quasi im Vorbeigehen Müll auf dem und um das Schulgelände. Unter dem Motto ‚Rettet die Bienen‘ haben die 7. Klassen für alle Klassen der Schule und die Verwaltung Blumenkästen mit Wildkräutern der Veitshöchheimer Bienenweide angelegt und übergeben. Die 8. Klassen begaben sich nach einer Einführung in die drei Computerräume und haben ihren eigenen ‚Ökologischen Fußabdruck‘ selbst bestimmt – jeder hat also erfahren, wie viele ‚Erden‘ (Lebensraum) er bei seinem Lebensstil eigentlich benötigten würde. Alle 9. Klassen durften an diesem Tag die Fa. Fischer Entsorgung/Recycling in Heidingsfeld besichtigen um zu erfahren, was eigentlich mit dem sortierten Müll passiert.

Die Schüler/Innen der 10. Klassen organisierten eine eigene Station zum Thema ‚Wasser sparen‘, planten den künstlerischen Rahmen für die Pflanzaktion und recherchierten Möglichkeiten, in Würzburg und Umgebung für die Umwelt oder den Naturschutz aktiv zu werden und wie jeder Einzelne sich engagieren kann – ob als ‚lokal hero‘ in seiner Gemeinde oder auch nur, indem er Plastik vermeidet, Müll sammelt oder zu Hause eine Wildblumenwiese anlegt.

Eine interessant gestaltete Ausstellung zum Thema ‚Verschmutzung der Meere mit (Nano)Plastik‘ konnte über Dr. Stigloher vom Biozentrum der Uni Würzburg organisiert werden. Drastisch wurde den Schülern vor Augen geführt, welche Folgen die Verunreini-gung der Meere hat und dass es längst Zeit wird, bei dieser Art der Müllentsorgung auf die Bremse zu treten.

akob Sänger, umweltpädagogischer Mitarbeiter von der Umweltstation Würzburg nahm sich einen Vormittag Zeit, um an seiner Info-Station auf sehr anschauliche Weise an die Schüler/Innen zu appellierte, sich umweltschonend im Alltag zu verhalten. Bei ihm standen Themen wie Klima- und Ressourcenschutz, Biodiversität, Arten-sterben oder der sozial-ökologische Wandel im Mittelpunkt.

Weitere Stationen wurden von den Lehrerinnen der Fachschaft Biologie besetzt. Im 15-Minuten-Takt konnten alle Klassen über die Vorteile regionaler Produkte informiert oder an einem Pflanzenquiz im Schulgarten teilnehmen.

Zusätzliche Angebote an diesem Tag waren der Verkauf von Saftschorlen aus einheimischen Früchten und frisch von den Tutoren/Innen zubereitete Vollkornbrötchen mit Quark in der großen Pause. Etwas Besonderes waren die musikalischen Darbietungen von Lehrern mit Schülern in der Pausenhalle.

In der zweiten Pause wurden dann die Umweltplakate der 5. Klassen durch MB Lamprecht und Schulleiter Eckl prämiert. ‚Die Zukunft ist heute‘, ‚Die Welt kann ohne uns leben, aber wir nicht ohne sie‘ oder ‚Dinosaurier dachten auch, sie hätten Zeit‘ war auf den Gewinnerplakaten zu lesen. Nachdenklich stimmende Worte auch für die anwesenden Erwachsenen und Motivation für alle, dass sich schnell etwas ändern muss.

An der Jakob-Stoll-Schule gilt die Fortführung eines Umwelttages in den nächsten Jahren fast schon als beschlossen und man überlegt sogar, eine Umwelt-AG zu gründen. Wünsche für die Zukunft hatte der Kunstzweig auf kleine grüne Kärtchen geschrieben und diese in den neu gepflanzten Winterschneeball gehängt, um immer wieder an den Umwelttag erinnert zu werden.

Silvio van Musscher,

Verbindungslehrer und Fachmitarbeiter für Umwelt und Nachhaltigkeit

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